Wildbach und Lawinenverbauung stellt Arbeiten ein!

DI Josef Plank sprach Klartext im Gemeinderat.

Auf Bitte von Bürgermeister Schönherr berichtete DI Josef Plank - Gebietsbauleiter Mittleres Inntal -  dem Gemeinderat über die aktuellen Ereignisse in Gasteig.

Chronologie:
Im Juli des Vorjahres ereignete sich ein folgenschwerer Murenabgang vom Mischbach im Ortsteil Gasteig. Die Schäden aus dem Sommer 2015 belaufen sich auf ca. 1,6 Mio EURO.

Die Gemeinde erhielt große Unterstützung vom Land Tirol, von der WLV und vom Wasserbauamt.
Aber schon nach wenigen Wochen sind die Wiederherstellungsmaßnahmen und die Aufräumarbeiten ins Stocken geraten - angrenzende und nur teils betroffene Grundbesitzer stimmten den geplanten und teilweise durchgeführten Massnahmen nicht zu und drohten sogar mit juristischen Schritten.

Geplant war unter anderem die Erhöhung des Rückhaltebeckens beim Mischbach in Gasteig. DI Plank erklärte dem Gemeinderat, dass mit dem abgelagerten Murmaterial eine Dammkronenerhöhung und damit eine Verbesserung für die angrenzenden Grundstücke kostengünstig möglich gewesen wäre.
Nachdem Vorgespräche mit den drei betroffenen Grundbesitzern positiv verlaufen sind, hat die Bezirkshauptmannschaft eine wasser- und naturschutzrechtliche Verhandlung für diese Maßnahmen für den 8. Juni 2016 angesetzt. Bei der Verhandlung hat VizeBGM Andreas Gleirscher die Gemeinde vertreten - er hat auch die Aufgabe "Sicherung Mischbach und die angeschlossenen Rekultivierungsmassnahmen" vom Bürgermeister übertragen bekommen.

Unerwartet hat ein Grundeigentümer seine Zustimmung, welche schon grundsätzlich gemacht wurde, wieder zurückgezogen. Somit wurde die Verhandlung abgebrochen und die geplanten Maßnahmen können nicht umgesetzt werden.

DI Plank versicherte dem Gemeinderat, dass das Rückhaltebecken aber so geräumt wird, dass die Sicherheit gegeben ist. Sollte die Zustimmung aller Grundbesitzer vorliegen, werde sich die WLV um die Fortsetzung weiter bemühen. Ewig dürfe es allerdings nicht dauern, da ansonsten die genehmigten Gelder durch das Ministerium nicht mehr frei gegeben werden können.

Auf Anfrage des Bürgermeisters gab DI Plank auch Auskunft über die Gefährdungsbereiche in Kampl (Höhlebach) und Neder (Pinnisbach). Plank sprach von akuter Gefährdung in diesen Bereichen, skizzierte die Maßnahmen der nächsten 2 Jahre und räumte vor allem Neder höchste Priorität ein.

Die vielen Zuhörer waren offensichtlich von den Ausführungen von DI Plank und dem Engagement der WLV beeindruckt.